Da war er also, der Moment auf den ich seit Jahren gewartet hatte. Noch während ich gedankenversunken aus dem Flugzeug sah, sprangen die Ersten auch schon von ihren Sitzen und stürmten zu den Ausgängen. Ich dagegen war tiefenentspannt und freute mich auf die kommenden Wochen.

Der Flughafen wirkte auf mich sehr groß aber dennoch übersichtlich. Er wirkte mehr wie ein großes Einkaufszentrum. Da ich für die nächsten Wochen nicht auf Internet verzichten wollte (natürlich nur wegen GoogleMaps), suchten wir den halben Flughafen nach einem Vodafonshop ab. Nachdem wir ihn gefunden hatten, vergingen keine fünf Minuten und ich hatte eine neue SIM Karte und konnte loslegen. Einige werden das jetzt sicher amüsant finden aber bisher hatte ich noch nie im Urlaub Datenvolumen 😀 Wir liefen weiter zum Avis-Schalter und nahmen unseren VW Polo in Empfang. Diesen hatten wir schon vorab im Internet gebucht. Ich kam überhaupt nicht klar. Linksverkehr war ich nun schon aus Namibia gewohnt aber links zu schalten war mir neu. Naja, Augen zu und durch! Vom Flughafen, zu unserer Unterkunft in Camps Bay, fuhren wir knapp 25 Minuten. Leider war es schon dunkel und ich konnte die Berge und das Meer nur grob erkennen, aber ich war schon wie verzaubert…

Unsere ersten drei Nächte verbrachten wir in Simonas Guesthouse. Dieses liegt direkt am Tafelberg, mit einem wunderschönen Ausblick über Camps Bay. Am ersten Morgen umhüllten die Wolken das Haus – schöner hätte ich es mir kaum vorstellen können. Gefunden habe ich die Unterkunft über Wimdu, hier suche ich immer zuerst nach Ferienwohnungen oder kleinen Zimmern. Bisher habe ich damit auch noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Hier ein paar Punkte zur Unterkunft:

  • Lage
  • Parkplatz vor der Tür
  • Pool
  • Ausblick über Camps Bay und Tafelberg
  • Frühstück
  • Personal war sehr freundlich
  • Gemütliche Atmosphäre

  • Zimmer klein und eng
  • Es wirkte alles sehr verlassen
  • Die Ansprechpartnerin war ab der Buchung nicht mehr zu erreichen.
  • Da wir knapp drei Stunden später eintrafen, mussten wir ca. 20 Euro nachzahlen.
  • Sehr hellhörig
  • Zimmerpreis viel zu hoch

Nachdem ich dann aber doch noch ein paar Stunden schlafen konnte, frühstückten wir ausgiebig und überlegten, was wir an unserem ersten Tag in Kapstadt machen könnten…(An diesem Punkt habe ich übrigens Avocado für mich entdeckt)

Während wir in den unzähligen Flyern herumblätterten, fiel mein Blick auf ein Bild. Es zeigte das “Cape of Good Hope“. „Lass uns dort hin fahren“, rief ich nur noch und lief auf mein MacBook zu. GoogleMaps, mein bester Freund, warf mir direkt ein paar Routen entgegen – ich war also startklar. Schnell warf ich meinen Rucksack ins Auto und machte es mir auf dem Beifahrersitz gemütlich. Draußen war es zwar warm und die Sonne blendete mich aber es war ganz schön windig. Zum Glück hatte ich mir genug Mützen und Stirnbänder mitgenommen. Bequem geht halt vor sexy.

Von Camps Bay fuhren wir über die M6 immer an der Küste entlang. Folgt man dieser Straße, steht man nach knapp 13km in Hout Bay, einer Stadt mit 17.900 Einwohnern. Früher bekannt für Holz, später einer der wichtigsten Orte für die Fischerei. Heute ist dieser Ort eher ein Touristenziel. Was ich besonders schön fand, waren die Straßen – bedeckt von Sand und der Wind der einem um die Ohren pfeift. Wir parkten das Auto direkt am Strand und liefen zu dem kleinen Hafen. Hier stöberten wir in einem sehr schönen Antikladen und schlenderten an den vielen kleinen Booten vorbei. Ich machte noch einige Fotos, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Keine 2km gefahren, standen wir in einer Sackgasse. Eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt, die „Chapman’s Peak Drive“ war gesperrt. Leicht enttäuscht, suchte ich schnell nach einer alternativen Route…

Diese führte uns über die M41 und M42 nach Muizenberg. Vor mir lag einer der schönsten Strände, die ich je gesehen hatte. Egal in welche Richtung ich sah, es gab kein Ende und vor mir brachen die Wellen in einem wunderschönen türkis. Der Strand ist 32km lang und wird als einer der sichersten der Welt beschrieben. Bekannt ist er natürlich auch wegen der vielen bunten Häuschen am Strand. So viele wie hier, gibt es nirgendwo. Ich wusste bis zu meiner Ankunft gar nicht, welchen Sinn diese kleinen Häuser eigentlich hatten, bis ich es mit eigenen Augen sah. Es sind Umkleidekabinen. Ich war doch recht überrascht:) Man kann diese für eine Saison mieten und z.B Surfbretter dort verstauen. Für meine Fotos machten sie sich auch noch nützlich.

Wir folgten weiter der M4, eine Küstenstraße, die man auf jeden Fall gesehen haben sollte. Denn kaum saßen wir wieder im Auto, sah ich schon den nächsten schönen Platz um Fotos zu machen. St. James liegt zwischen Fish Hoek und Kalk Bay und ist ein kleiner Ort an der False Bay. Auch hier stehen die bunten Häuser direkt am Wasser. Allerdings finde ich diesen Strand noch ein bisschen gemütlicher und durch die Gezeiten soll das Wasser hier angeblich wärmer sein – ich fand es dennoch recht kalt. Parallel zur Hauptstraße gibt es auch eine Eisenbahnstrecke. In St. James befindet sich der Bahnhof am Nordende des Ortes.

Als nächstes fuhren wir durch Simons Town. Hier kann man eine kleine Pause einlegen und lecker essen gehen. Es gibt sehr viele kleine Restaurants direkt am Meer aber auch der Ort an sich, lädt zu einem Spaziergang ein. Dann kam mein persönliches Highlight. Boulders Beach. Nein, das ist nicht der nächste Text über einen schönen Strand und Wellen. Eher über unfassbar viele Pinguine, welche sich auf großen Klippen sonnten. Wir hatten vorher schon im Internet gelesen, dass man bloß nicht zum ersten Eingang gehen sollte, da dort ein riesiges Touristenaufkommen wäre. Und so war es. Eine riesige Schlange zog sich zurück bis zum Parkplatz. Wir liefen also weiter durch den kleinen „Wald“ und uns begrüßten schon die ersten Pinguine. Sie saßen im Schatten und schliefen. Da kam mir die Frage auf, warum Pinguine überhaupt hier leben und wieso denen nicht zu warm ist. Aber die Brillenpinguine leben an der afrikanischen Westküste sowie in Namibia und Angola. Wir sahen den zweiten Eingang und wie es im Internet stand, so war es auch. Keine Menschenseele war zu sehen. Wir zahlten knapp sechs Euro und liefen runter zum Wasser. Vor uns erstreckte sich eine kleine Bucht mit großen Felsen. Wir kletterten hinauf und direkt vor uns sonnten sich die Pinguine. Von hier aus konnte man auch sehr schön das Touristengewusel am Steg erkennen, wo zwar einige mehr Pinguine waren, man diesen aber bei weitem nicht so nah kam.

Gegen 17:00 Uhr erreichten wir den Eingang zum Nationalpark “Tafelberg“. Jetzt hieß es, ein bisschen auf das Gaspedal zu drücken, denn bis 19:00 Uhr musste man den Park wieder verlassen haben. Wir passierten den Eingang und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Klippen, der Ozean, das Licht, die Tiere – alles wirkte so, wie man es eigentlich nur aus dem Film kennt. Ich lehnte mich zurück, schmiss mein Lieblingslied an und schaute einfach nur aus dem Fenster. Nichts hätte mich an diesem Zeitpunkt glücklicher gemacht. Nach rund zehn Minuten Fahrt, erreichten wir Cape Point bzw. den großen Parkplatz. Um Cape Point zu erreichen, kann man entweder Wanderwege benutzen oder aber die Zahnradbahn nehmen. Von der Station führen 120 Treppenstufen zum alten Leuchtturm auf dem Cape Point Peak. Wir entschieden uns aber lieber zum „Cape of Good Hope“ zu fahren, da die Sonne schon recht tief stand. Mit dem Auto fährt man quasi wieder zurück und biegt auf halber Strecke nach links ab. Dann erreicht man diesen einzigartigen Ort. Der Wind rauscht einem nur so um die Ohren aber wenn man an der Klippe steht und auf den Ozean schaut, ist es plötzlich trotzdem ganz still. Man fühlt sich so unendlich klein gegenüber der Natur und alle Probleme wirken plötzlich so sinnlos. Ich genoss diesen Moment, schloss die Augen und atmete tief ein und aus. Als ich meine Augen wieder öffnete, schien es fast so, als hätten sich sämtliche Ängste in Luft aufgelöst. Wir kletterten immer höher und schauten uns den Sonnenuntergang an, beobachteten die Vögel und die Wellen. Diesen Ort hätte ich am liebsten gar nicht mehr verlassen…

Der Rückweg rundete diesen Tag perfekt ab. Wir fuhren über den Chapman’s Peak Drive, immer an der Küste entlang, zurück nach Kapstadt. Dabei stand die Sonne jetzt so tief, dass das Licht die gesamte Landschaft mit einem goldenen Farbton einfärbte. Wir fuhren durch Kommetje, Misty Cliffs, Imhoff´s Gift, weiter über die M6 nach Chapman´s Peak. Dort erstreckte sich der wunderschöne Nordhoeck Beach (Beitragsbild). Eines meiner liebsten Bilder von diesem Tag. Als wir an dem Schild Long Beach vorbeifuhren, machten wir eine Vollbremsung und parkten das Auto direkt am Strand, liefen durch die Dünen und kamen aus dem staunen gar nicht mehr raus. Der Blick auf die Berge war einzigartig und ich war einfach nur glücklich. So glücklich, dass ich sogar Bilder von mir mag, auf denen ich lache.

Unser erster Tag in Kapstadt ging zu Ende und ich fiel müde ins Bett. Noch nie habe ich mich so sehr auf den nächsten Tag gefreut wie hier. Bisher war jeder Tag das pure Abenteuer und von mir aus, könnte das auch immer so weitergehen. Aber jetzt habe ich genug erzählt – ab zu den Bildern. Viel Spaß beim anschauen und bis zum nächsten Blogbeitrag:)

JennyBartschPhotography_Roadtrip_Kapstadt
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JennyBartschPhotography_Roadtrip_Kapstadt
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Written by Jenny Bartsch
Portrait and Documentary Photographer

    2 Kommentare

  1. Toller Artikel, gefaellt mir gut. Ich habe diesen auf FB geteilt und einige Likes dafuer
    bekommen. Weiter so!

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