Die Klimaanlage stand auf Anschlag und trotzdem kämpfte sie unerbittlich gegen die Hitze an. Das Thermometer zeigte um 10 Uhr schon 43° und ich wusste, dass es noch viel wärmer werden würde. Wir fuhren Richtung Lac Assal – das ist das salzhaltigste Gewässer auf der Erde, liegt ca. 170 Meter unter dem Meeresspiegel und westlich vom Golf von Aden in der Afar-Senke im Zentrum von Dschibuti.

Nur langsam wurde mir bewusst, das ich gleich an so einem außergewöhnlichen Ort stehen werde und das vielleicht zum letzten Mal. Der Höhenmesser schwanke unaufhörlich, von +400 auf wieder -100. Das Gebirge war unfassbar schön und nur vereinzelt sah man Menschen am Straßenrand. Als wir dem Lac Assal immer näher kamen, wollte ich natürlich ganz viele Bilder machen. Aus dem Auto heraus natürlich total sinnlos, da unser Auto völlig einstaubte und man mehr damit zu tun hatte, sich festzuhalten. Also Fenster auf und ganz cool die Kamera auf dem Fenster halten. Nein, keine gute Idee mit fast 50°. Meine Kamera fand den Temperaturunterschied von 30° gar nicht witzig und ich hatte das Gefühl, jemand steht mit einem Föhn 3cm vor meinem Gesicht. Es war abartig warm und ich beschloss zu warten bis wir aussteigen.

Nur wenige Minuten später standen wir vor einer Landschaft, wie ich sie zuvor noch nie gesehen hatte. Überall kleine Quellen und erste Anhäufungen von Salz. Jemand rief noch: „Nicht die Hand ins Wasser halten“. Was bei mir natürlich auch mit 25 Jahren immer noch den gleichen Effekt auslöst. Reinhalten. Keine gute Idee – wie ich feststellen musste:) Das Wasser hatte eine Temperatur von ca. 80° und ich kämpfte um meinen Finger. Naja, ging aber schnell wieder besser. Plötzlich erstrecke sich eine ewig weite weiße Fläche vor uns. Ich stand auf ca. 1000qm Salz – irgendwie Irre. Das Wasser war kristallblau und warm wie eine Badewanne. Zwar irgendwie doof wenn draußen 50° sind aber das macht überhaupt nichts mehr aus. Also rein da. Oh Gott, meine ganze Haut brannte wie Feuer und als ich mir dann noch Salz in die Augen gerieben habe, war es ganz vorbei. Es brauchte ein paar Wasserflaschen bis das Salz wieder runter war. Meine Chucks waren förmlich hinüber und hart wie Stein! Aber egal, dafür war das wohl das beste Peeling meines Lebens.

 

Written by Jenny Bartsch
Portrait and Documentary Photographer

    1 Kommentar

  1. Simone bartsch 27. Dezember 2015 at 19:44 Antworten

    Faszinierende eindrücke , toll zu lesen , immer wieder

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