JennyBartschPhotogrphy_Rom

Eins sei gesagt: Wer noch nie in Rom war, sollte dies ganz schnell ändern. Rom ist wunderschön und hat für Touristen eine ganze Menge zu bieten. Wir waren über das Wochenende in Rom und eigentlich hat mir diese Zeit für einen kurzen Städtetrip immer gereicht aber in Rom wäre ich gerne noch mindestens fünf Tage länger geblieben, da es einfach so viel zu sehen gab. Eigentlich sind wir total planlos zum Flughafen gefahren, ohne zu wissen, wo wir eigentlich in Rom hin müssen und welche Verbindungen am besten sind. „Abenteuer entstehen eben nur dann, wenn man vom Weg abkommt“

Freitag: Anreise und Unterkunft in Rom 

Unser Flug sollte um 12:00 Uhr vom Flughafen Köln/Bonn starten. „Sollte!“. Denn schon auf dem Weg zum Bahnhof bekam ich eine E-Mail, dass unser Flug ca. zwei Stunden Verspätung hat. Also verbrachten wir die nächsten zwei Stunden in der Stadt. Wieder was gelernt: Flüge lieber immer früh morgens buchen! Als es dann endlich los ging, waren wir auch ziemlich zügig am Flughafen „Fiumicino“ in Rom und fragten uns nach einem günstigen Transfer in die Stadt durch….

Mit dem Bus: 

Von Terminal 2 aus fahren Busse in die Innenstadt von Rom. Vom Terminal 3 nach Rom und zu verschiedenen Städten in Mittel- und Süditalien. Hier am besten durchfragen, da es ziemlich voll am Flughafen ist und man schnell den Überblick verliert. Die Fahrt mit dem Bus dauert ca. eine Stunde und kostet sechs Euro pro Person.

Mit dem Zug: 

Zum Hauptbahnhof „Roma Termini“ fährt ein Direktzug, der sogenannte „Leonardo Express“. Die Fahrzeit beträgt ca. 30 Minuten und kostet 15 Euro. Dieser Zug fährt alle 30 Minuten und besteht nur aus Erste-Klasse-Wagen.

Da wir eh schon spät dran waren, haben wir uns für den Schnellzug entschieden. Besonders gut dabei: An jedem Sitzplatz gab es Steckdosen. Perfekt für alle Handysüchtigen;) Nach 30 Minuten standen wir nun am Roma Termini – der Hauptbahnhof von Rom. Wahnsinnig voll und unübersichtlich. Wir mussten zum Busbahnhof und quetschten uns durch die Menschenmassen. Ich habe bis heute nicht verstanden, wie man den Busfahrplan ließt – es stehen nämlich keine Fahrzeiten drauf. Nur die Haltestellen, die angefahren werden. Nach ca. 20 Minuten kam dann auch tatsächlich ein Bus. Keine 10 Minuten später standen wir in einem wunderschönen Stadtteil namens „Parioli“ und schlenderten gemütlich zum Hotel. Geschlafen haben wir im Hilton Garden Inn, einem super schönen und gemütlich kleinem Hotel. Während wir eincheckten, erklärte uns ein junger Mann vom Service, welche Routen wir auf dem Stadtplan ablaufen könnten und welche Bahnverbindungen uns zu welchen Zielen bringen. Er malte ein halbes Kunstwerk in die Karte und wünschte uns viel Spaß in Rom. Das Zimmer war ein Traum. Es war zwar nicht sehr groß aber dafür füllte das Bett den halben Raum. Sowas liebe ich!

Samstag: 27km zu Fuß durch Rom

Stadtplan

Unsere Route durch Rom

Wie ihr oben auf der Karte sehen könnt, ist die Strecke so ausgewählt, dass man die schönsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten nacheinander abläuft. Gegen 09:00 Uhr verließen wir, nach einem super leckeren Frühstück, das Hotel und machten uns auf den Weg in die „Innenstadt“. Unser erster Stopp war die „Galeria Nazionale d’arte Moderna“, welche an einen wunderschönen großen Park grenzt. Geht man die riesigen Treppen gegenüber der Galeria hoch, erreicht man einen der vielen Eingänge zum Park der Villa Borgehese. Wir liefen einmal komplett durch den Park und wunderten uns, wie viele Attraktionen hier versteckt waren – unter anderem ein Zoo.

Verlässt man den Park wieder, erreicht man den Piazza del Popolo. Einer der berühmtesten Plätze in Rom. Ihr werdet den Platz an der großen „Säule“ erkennen. Dies ist der Obelisco Flaminio, 23,90m hoch, der zweitgrößte und zweitälteste ägyptische Obelisk in Rom. Hier setzt man sich am besten auf die umliegenden Treppen und beobachten die vielen Künstler, die eine große Menge an Touristen anlocken. Einfach eine tolle Stimmung.

Eine große Einkaufsstraße verläuft vom Piazza del Popolo in Richtung Trenità dei Monti. Mit diesem Begriff konnte ich damals gar nichts anfangen. Dahinter verbergen sich die berühmten spanischen Treppen. Wir sind allerdings nicht über die Haupteinkaufsstraße gelaufen, sondern immer parallel. Hier ist es nicht so voll und viele teure Geschäfte gibt es auch. Nach ca. zehn Minuten reicht man dann den Piazza di Spagna. Hier findet man die spanischen Treppen und den Fontana della Barcaccia, einen großen Brunnen in Form eines Kahns. Passt bloß auf eure Sachen auf. Es ist wahnsinnig voll und alle machen Fotos am Brunnen und der Treppe. Bei uns war die Treppe leider gesperrt.

Von hier aus liefen wir weiter durch die Innenstadt in Richtung Altare della Patria (Monumento a Vittorio Emanuele II). Ein unfassbar mächtiges Gebäude, ihr könnt es gar nicht übersehen. Dies ist das Nationaldenkmal von Rom. Kleiner Tipp: Posiert auf keinen Fall für eure Kamera vor dem Denkmal. Überall laufen Wachmänner rum und werden richtig laut, sobald man sich auf der Treppe oder vor dem Eingang fotografiert. Erst habe ich gar nicht verstanden wo das Problem liegt aber in Anbetracht das es ein Denkmal ist und 1000 Menschen am Tag dort wie wild posieren, kann ich es verstehen. Denn viele machen die Fotos ohne zu wissen, was sie da eigentlich fotografieren und für was es steht. Also aufpassen;). Wenn ihr in das Gebäude geht, ohne eine Führung machen zu wollen, solltet ihr euch die Aussicht über Rom nicht entgehen lassen. Ihr könnt ganz ohne Eintritt bis auf das Dach des Denkmals laufen.

Verlässt man das Nationaldenkmal zur linken Seite, läuft man an einer großen Ausgrabung vorbei. Von hier aus hat man einen ersten Blick auf eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Rom. Das Colosseo. Steht man davor, weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Überall Touristen, Kutschen und Schlangen an Menschen, die das Colosseo besuchen möchten. Wir haben uns gegen einen Besuch entschieden, da wir locker zwei Stunden angestanden hätten. So liefen wir drum herum und ich machte gefühlt 2000 Bilder. Neben dem Colosseo steht das Arco di Constantino (Konstantinsbogen).

Entlang eines großen Parks ging es dann zum ersten Mal in Richtung Tevere (Tiber), der drittlängste Fluss in Italien. Hier taten mir meine Füße zum ersten Mal weh und ich brauchte eine Pause. Aber am Wasser lässt sich das prima machen und hat dabei noch einen schönen Blick auf Rom. Wir liefen dann über die Ponto Palatino Brücke in Richtung Trastevere. Einem wunderschönen Stadtteil von Rom. Wie ich finde, der schönste den ich gesehen habe. Unfassbar viele alte Wohngebäude und enge Gassen machen dieses Viertel einzigartig. Hier fühlt man sich eher „einheimisch“ und es war kein bisschen Touristen-überladen. Die Preise waren hier sehr niedrig und wir haben für sechs Euro eine riesen Pizza + Getränk bekommen. Für Rom ist das schon echt günstig. Man hatte aber auch das Gefühl, dass man hier im „wirklichen“ Rom ist. Hier solltet ihr unbedingt hin.

Immer am Ufer entlang, erreicht man nach ca. zwanzig Minuten, den wohl größte Touristenmagnet. Der Vatikan. Überall wo ich dachte: „Heftig viele Menschen hier“, ist ein Witz gegen die Massen am Vatikan. Führungen gibt es schon ab 26 Euro, man muss halt nur lange anstehen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich den Vatikan am langweiligsten von allen Punkten fand. Schön mal dort gewesen zu sein aber das wars dann auch. Das ist aber nur meine Meinung:)

Wie war das mit dem Abenteuer? 

Eigentlich waren wir nur auf der Suche nach einem schönen Restaurant, als ich meinte: „Hey, lass uns mal hier lang gehen, da kommen wir bestimmt wieder auf der Hauptstraße raus“. Das war nicht der Fall und wir liefen und liefen und liefen. Keine Straße führte mehr in Richtung Zentrum und der Berg wurde immer steiler. Plötzlich standen wir an einem kleinen Aussichtspunkt und hatten die Beste und schönste Aussicht über ganz Rom. Hier wären wir nie hingelaufen – zum Glück haben wir uns verlaufen. Als die Straße endlich wieder bergab verlief, standen wir vor einem riesigen Brunnen. Mitten auf einer Hauptstraße. Dies war der Gianicolo Brunnen. Perfekt für eine kurze Pause und Abkühlung. Die Sicht auf Rom ist hier wirklich einzigartig.

Den kompletten Weg wieder durch die Altstadt zurück, liefen wir über die Ponte Principe Brücke. Hier, auf der anderen Seite des Tevere, sollte ein großer Markt stattfinden – den wir aber leider verpasst haben. Uns blieb nur noch der Anblick eines Schlachtfeldes. Wir liefen noch ein bisschen durch die Stadt und bummelten durch die Geschäfte, als ich unbedingt noch eine Stadtrundfahrt machen wollte. Wir sprangen also in einen „Hop on – Hop off Bus“ und ließen uns knapp eine Stunde durch die Stadt fahren. Am Hardrock Café sprangen wir wieder raus und kauften noch ein paar Souvenirs. Leider war es komplett überfüllt und wir tranken unser Bierchen auf dem Weg zurück zum Hotel. Ingesamt, sind wir laut meiner iPhone App, 27km gelaufen.

Sonntag – letzter Tag in Rom

10:00 Uhr. Wir standen schon wieder an einer Bushaltestelle und keiner verstand den Fahrplan. Wir liefen auf die andere Seite der Straße und warteten. Nichts passierte. 20 Minuten waren um. „Ach scheiß drauf, lass uns zu Fuß gehen“. Ich war sauer – sauer auf mein schweren Rucksack und auf diese Fahrpläne. Also liefen wir wieder in Richtung Innenstadt – ich wusste nicht, was meine Laune wieder aufbessern könnte. Wir kamen wieder am Piazza del Popolo an und mein T-Shirt war nach 40 Minuten Fußmarsch schon wieder komplett durch. Mein Blick blieb an einer kleinen Aussichtsplattform hängen. „Los, lass da hoch und eine Pause machen“.

Wir standen mittem im Park der Villa Borgehese und es war absolut Irre. So viele Familien mit Kindern tummelten sich hier und irgendwie war es kein Stück nervig. Es war anders. Wie in einer anderen Welt. Ihr müsst in diesen Park. Man kann sich kleine E-Bikes mit Dach ausleihen und damit durch den ganzen Park fahren. Das haben wir natürlich direkt gemacht und uns kleine Wettrennen mit anderen geliefert. An jeder Ecke gab es kleine Buden mit Getränken oder Süßigkeiten. Es hat unendlich viel Spaß gemacht den Park zu erkunden und an überall fröhliche Menschen zu sehen:) In der Nähe vom E-Bike Verleih gibt es auch noch eine richtig schöne Aussichtsplattform. So kommt ihr zum Park:

Verkehrsmittel: Metro A Haltestelle Flaminio – Piazza del Popolo oder Spagna, dann zu Fuß durch den Park
Öffnungszeiten des Parks: Durchgehend geöffnet

Ein angebliches Highlight…

…sollte die weltbekannte Eisdiele Gelateria Giolitti werden. So viele Stars haben hier schon ihr Eis gekauft und schwärmen vom unvergesslichen Geschmack. Ich wollte also dahin und mir so ein Eis gönnen. Die Eisdiele zu finden, war nicht so einfach, aber sie befindet sich direkt hinter dem Pantheon. Wie man es aus Deutschland kennt, stellt man sich an und bekommt nach seinen Wünschen sein Eis. Aber nicht in dieser Eisdiele. Wir hatten uns falsch angestellt und kein Ticket. Wurden angepflaumt und umhergeschoben. Ich völlig genervt – verstand auch nicht, was der Mann hinter dem Tresen von mir will. Es läuft wohl so ab: Reinkommen – Ticket für eine Anzahl von Bällchen kaufen und dann im hinteren Bereich der Eisdiele anstellen. Hier wird einem das Ticket direkt wieder abgekommen und man sagt, was man will. Total kompliziert und sehr unfreundlich. Aber das stand auch schon im Reiseführer. Der Geschmack hat mich nicht wirklich von den Socken gehauen. Da gibt es in Berlin besseres Eis.

Gegen 15 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen und ich wäre gerne noch so viel länger geblieben. Aber jetzt macht euch selber einen Eindruck:)

JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom

Sonntag
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom
JennyBartschPhotography_Rom

Written by Jenny Bartsch
Portrait and Documentary Photographer

    1 Kommentar

  1. simone bartsch 20. Oktober 2016 at 22:54 Antworten

    Wow , so ein schöner Reisebericht und mit so vielen Informationen ,dass man einfach nichts falsch machen kann .
    Das hast du wieder mit so viel Witz und Humor geschrieben .Es macht einfach Spass HIER mal reinzuschauen und zu lesen .

Leave a Comment