JennyBartschPhotograhy_Melanie_Jopp_Beitragsbild

Manchmal mache ich Bilder. Manchmal mache ich Bilder, die mir wahnsinnig viel bedeuten. Nicht weil sie schön retuschiert sind oder weil sie, wie im Fotografen-Fachjargon „awesome“, sind. Nein, einfach weil die Bilder genauso geworden sind, wie ich sie mir vorgestellt habe. Vor einigen Jahren habe ich eine Strecke fotografiert, technisch überhaupt nicht anspruchsvoll, aber die so viel Sehnsucht und Gefühle widerspiegelt. Die Bilder hängen immer noch in meiner Wohnung und egal wann ich die Bilder betrachte, helfen sie mir. Klingt für einige vielleicht komisch aber das ist nicht gelogen. Vor einigen Wochen passierte mir mit dieser Strecke genau das gleiche.

DIE IDEE

Viele meiner Bilder entstehen aus erlebten Situationen oder inspirieren mich daher. Ich wollte schon so lange eine Strecke mit einer Braut fotografieren, aber keine Braut die glücklich in die Kamera grinst – ganz im Gegenteil. Daraus kam mir wieder die Idee zu meiner Hintergrundgeschichte. Viele Frauen stehen oft im Schatten eines anderen Mannes. Ihre Gefühle werden nie erwidert, sie sind quasi nur Nebenrollen des Mannes. Oder sie sind zweite Wahl. Ganz nach dem Motto „klappt es mit der einen nicht, halte ich mir die andere noch warm“. Am Ende geht so etwas nie glücklich aus und Hoffnungen werden zu immer kleineren Lichtern und die Sehnsucht fängt an, immer und immer weiter zu wachsen.

DAS MODEL

Melanie meldete sich via Facebook bei mir. Ihr erinnert euch sicher noch an meinen Facebook-Aufruf. Sie passte einfach perfekt zu meiner Idee und zum Glück konnte ich sie überzeugen. Sie hat so ein ausdrucksstarkes Gesicht und ihr Blick ist einfach nur WOW. Dazu ist sie sehr sehr lieb und beim Shooting haben wir trotz der vielen traurigen Blicke herrlich gelacht. Schaut doch mal auf ihre Seite.

VORBEREITUNGEN

Als ich Melanie von meiner Idee erzählte, schaute ich parallel auf Ebay-Kleinanzeigen nach einem Hochzeitskleid. Bei der Preisspanne gab ich 50 Euro ein, rechnete aber nicht wirklich damit, ein Kleid zu finden. Aber der erste Treffer kam aus Köln und ich griff sofort zu. Holte es eine Woche später ab und probierte es natürlich direkt selber an. Dazu kaufte ich im Stoffladen noch drei Meter Tüll und fertig war das Outfit. Den Blumenkranz sowie den Brautstrauß brachte Melanie mit.

DIE LOCATION

Zwei Tage vor unserem Shooting fuhr ich nach Köln um mir eine Location in der Altstadt anzuschauen. Leider ist diese Location nicht mehr zugänglich und bei einem Bier lief ich durch die Straßen, in der Hoffnung etwas passendes zu finden. Plötzlich stand ich mehr oder weniger vor dem Standesamt und dachte mir: „Na, wenn nicht hier – wo dann?“.

JennyBartschPhotography_Sehnsucht in Schwarz-Weiß
JennyBartschPhotography_Sehnsucht in Schwarz-Weiß
JennyBartschPhotography_Sehnsucht in Schwarz-Weiß
JennyBartschPhotography_Sehnsucht in Schwarz-Weiß
JennyBartschPhotography_Sehnsucht in Schwarz-Weiß
JennyBartschPhotography_Sehnsucht in Schwarz-Weiß
JennyBartschPhotography_Sehnsucht in Schwarz-Weiß
JennyBartschPhotography_Sehnsucht in Schwarz-Weiß
JennyBartschPhotography_Sehnsucht in Schwarz-Weiß

ICH LIEBE DICH

Ich liebe dich auch!
„Was werden wir wohl machen, wenn wir älter sind?“
„Ich weiß nicht aber vielleicht kennen wir uns dann immer noch?“
Vielleicht.

„Wahnsinn, wie lange es her ist“
„Es ist schön mit dir aber ich muss jetzt los“
„Oh ok, naja wir schreiben bestimmt“
„Machs gut.“

„Nach all den Jahren, irgendwas ist da noch – aber ich habe jemanden kennengelernt“
„Wir sollten das lassen. Ich werde gehen“
„Vielleicht irgendwann.“

„Es ist lange her, wie gehts dir?“
„Wie immer, viel zu tun. Schön dich zu sehen“
„Abends können wir uns immer sehen – wenn du magst“
„Nein, vielleicht möchte ich dich immer sehen können“
„Du weißt, dass das nicht geht“
„Ja“

„Du hast dich lange nicht gemeldet“
„Es wäre auch nicht fair“
„Kommst du vorbei?“
„Spinnst du?“

„Lass mich da vorne raus – wir schreiben?“
„Nö und jetzt geh – Ja klar machen wir das“

„Okey, dieses Mal melde ich mich zu erst – geht es dir gut?“

ICH LIEBE DICH

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Written by Jenny Bartsch
Portrait and Documentary Photographer

    1 Kommentar

  1. Bartsch 22. Oktober 2016 at 23:47 Antworten

    So viel Energie , Fleiß und Arbeit stecken in deinen Bildern .das weiß ich .
    Und sie sind so schön geworden.

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