Montag. 09:00 Uhr! „Ach verdammt, schon wieder viel zu spät dran”. Ich sprang aus meinem Bett und suchte wie wild nach all den Sachen, die ich noch einpacken wollte. Überall stand noch was rum und es schien als würde ich nie wegkommen.

Jedes Mal nehme ich mir vor am Vortag alles einzupacken und jedes Mal denk ich mir dann:„Pfffffff, das schaffste locker morgen noch“. Tja, die Enttäuschung das es nicht so ist, tritt ziemlich schnell ein. Nämlich genau dann, wenn ich die Augen öffne. Nachdem ich mich dann endlich sortiert und angezogen hatte, hievte ich das Gepäck durch das viel zu enge Treppenhaus und hätte mich am liebsten neben dem Auto direkt wieder ausgezogen. Mein Auto sah schnell wie eins von denen aus, die man sonst nur in Ländern wie Tunesien, Marokko oder Ägypten sieht. Oder Polen. Vollgestopft bis oben hin und ohne jegliche Sicht nach hinten. Die Flodders hätten ein besseres Bild auf der Autobahn abgegeben. Also, völlig entspannt setzte ich mich ins Auto, bereit zweimal quer durch Deutschland zu fahren. Kurz hinter Siegburg, gerade mal 30 Minuten gefahren, setzte auch schon das völlige Winterchaos ein und manche Autofahrer dachten es macht Sinn mit 50kmh über die Autobahn zu fahren. Nach über 6 Stunden kamen wir dann endlich in Weißwasser an. Seit Jahren hatte ich nicht mehr so viel Schnee gesehen und flippte völlig aus. Wir liefen durch wunderschöne Wälder und bemerkten manchmal gar nicht, dass wir mitten auf einem See standen…

GÖRLITZ

Zweit Tage später ging es weiter nach Görlitz. Eine richtig schöne kleine Stadt an der Neiße, in der man sich sofort wohlfühlt. Die Altstadt bietet viele schöne Geschäfte zum bummeln und dazu sehen sie auch noch zauberhaft aus. Görlitz liegt direkt an der Grenze zu Polen und nur eine kleine Brücke trennt die beiden Länder voneinander. Da geht man dann natürlich auch mal rüber. Es ist schon seltsam wie man eigentlich nur 20 Meter aus Deutschland herausläuft und es auf der andern Seite schon komplett anders aussieht. Die Häuser, die Menschen, die Geschäfte. In Görlitz sollte man sich auf jeden Fall das leerstehende Warenhaus anschauen. Dieses wurde schon öfter als Filmkulisse wie zB. in „Grand Budapest Hotel“ benutzt und steht direkt neben der Frauenkirche.

BAD ZWISCHENAHN

Als wir Görlitz wieder verließen und uns auf in den Norden machten, wurden auch die Temperaturen immer wärmer. Die Autobahnen waren leer und ich freute mich auf die Fähre. Bin ich nämlich noch nie mit gefahren – zumindest keine zwei Stunden und mit dem Auto. Wir hatten uns extra Benzinkanister mitgenommen, da in Polen der Sprit so heftig günstig war. 98 Cent der Liter;) Dann standen wir da. Auf diesem zugemüllten Parkplatz und wollten „tanken“. Doof nur, wenn der Trichter kaputt ist und einem das Benzin über die Hände läuft. Weiterfahren wäre auch nicht wirklich gegangen, da der Tank schon komplett leer war:D Zum Glück brachte uns ein Brummifahrer eine leere Plastikflasche und unser Leben war gerettet. Doch kaum wieder auf der Autobahn sprang das Navi von einer Stunde auf zwei. Ich natürlich wieder auf 180. Doch da kam mir dir Idee einfach in Bad Zwischenahn zu halten und somit die Sperrung zu umfahren. Dort war ich schon öfters und kannte mich noch aus. Bad Zwischenahn liegt direkt neben Oldenburg und ist bekannt durch das Bad Zwischenahner Meer. Als ich klein war: „Juhuuuu ans Meer“ und dann die Enttäuschung das es nur ein großer See ist. Aber im Sommer ist der Ort einfach zu schön. Da wir nur eine Stunde dort waren, haben wir mehr Bilder von uns gemacht als vom Ort. Aber hier könnt ihr euch mehr anschauen. Wir fuhren also weiter Richtung Emden.

ENDLICH AM ZIEL

Nach 9 Stunden im Auto sind wir gegen 16 Uhr endlich in Emden angekommen. Stellten uns an der Fähre an und beobachteten den wilden Verkehr und das Gewusel der Menschen, die noch keine Tickets hatten. Wir hatten unsere zum Glück schon online bestellt und mussten feststellen, dass so eine überfahrt mit dem Auto recht teuer ist. Naja aber bei dem ganzen Gepäck hatte ich einfach keine Lust Familie Flodders darzustellen und auf der Insel direkt von allen begafft zu werden. Nach 2 Stunden legten wir dann endlich in Borkum an…

Alle anderen Katastrophen und Bilder folgen im nächsten Blogbeitrag über Borkum:)

Unsere Route:)

Unsere Strecke

Written by Jenny Bartsch
Portrait and Documentary Photographer

    3 Kommentare

  1. Mirko Frenzel 31. Januar 2016 at 21:51 Antworten

    Danke Jenny für deinen tollen Bericht und die fantastischen Bilder. Jetzt weiß ich auch das ich in Görlitz einen Hof besitze. Sollte ich demnächst unbedingt mal vorbei schauen.

  2. Simone bartsch 1. Februar 2016 at 12:17 Antworten

    Einfach spannend, mir viel Witz. Immer wieder schaffst du es ,großartig zu berichten .
    Freue mich auf die Fortsetzung

  3. Ivy 2. März 2016 at 20:33 Antworten

    Herrlich 🙂

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